31. DEIN WILLE geschehe

Nachdem Ravel eine weitere tiefe Erfahrung von Annahme dessen, WAS GERADE IST, machen durfte und dabei Gnade und Vergebung erlebte, spürte er wieder tiefen Frieden in sich. Plötzlich war all diese Wut verschwunden, sein ganzer Hass auf Gott und letztlich auf sich selbst, also auf jenen schöpferischen göttlichen Teil in ihm, der seine Lebensumstände kreierte, hatte sich aufgelöst. Er konnte jetzt wieder deutlich diese tiefe Einheit mit Gott erleben, ganz deutlich spüren. Das Gefühl der Verlassenheit, die diffuse Bedrohung, den ganzen Hass und Hader auf Gott konnte Ravel nun wieder als Teile der Einheit Gott selbst übergeben. Damit Gott diese Teile wieder zu dem machte was sie letztlich immer waren, verschattetes Licht.

Gott war so mächtig und großartig, dass er auch die schweren Gefühle der Schuld und Scham und der daraus folgenden Angst vor Strafe in voller Gänze annehmen konnte. Ravel hatte also intuitiv einen Weg gewählt, seine Gefühle genau DEM gegenüber zum Ausdruck zu bringen, der kein Ego hat, DER nur Liebe ist, Mitgefühl, Verständnis und Barmherzigkeit – DER tiefes Wohlwollen Ravel gegenüber hat, nämlich Gott selbst.

„Ja, wer könnte größer sein als Gott selbst?“ dachte Ravel, als er sich noch die letzten Tränen der Erleichterung von den Wangen wischte. Nun durchströmte ihn zu all dem Frieden, der Verbundenheit, ja der Liebe zu Gott selbst, auch noch tiefe Dankbarkeit.

„Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr, Gott, so sehr, so sehr! Meinen tiefsten Dank DIR, du Liebe ohne Gegenteil. Ich verneige mich vor DIR, dieser unendlichen Kraft, die DU bist. Mit großer Ehrfurcht erkenne ich dein Wirken. Ich danke DIR. Ich danke DIR!“

Er saß immer noch vor seinem Computer und tippte dieses Dankgebet – oder war es eine Liebeserklärung.? Es schien irgendwie beides zugleich zu sein, als Ravel plötzlich wieder diese mitfühlende und sanfte Stimme deutlich in seinen Gedanken, zu sich sprechen hörte:

„Mein geliebtes Wesen Ravel, lies deine wunderbaren Worte noch einmal:

„Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr, Gott, so sehr, so sehr! Meinen tiefsten Dank DIR, du Liebe ohne Gegenteil. Ich verneige mich vor DIR, dieser unendlichen Kraft, die DU bist. Mit großer Ehrfurcht erkenne ich dein Wirken. Ich danke DIR. Ich danke DIR!“

Ist das nicht wundervoll, mein lieber Ravel, wie der göttliche Teil in dir ganz liebevoll zu sich selbst spricht, zu dir spricht? Und gleichzeitig spricht er seine ganze Liebe MIR DEINEM GOTT gegenüber aus. Du siehst, wir sind immerzu in Verbindung und kommunizieren ständig miteinander. Wenn du deinem göttlichen Kern bewusst bist, wie gerade jetzt, weißt du wovon ICH spreche. Mein Schatz, eine tiefe und echt empfundene Dankbarkeit in deinem Herzen, ist der Lobgesang, der Liebesgesang an MICH, Die LIEBE OHNE GEGENTEIL. GOTT SELBST!!! Denn genau diese Dankbarkeit, diese Liebe die du mir durch deine Dankbarkeit zum Ausdruck bringst ist genau diese tiefe Liebe, mit der ich dich in jedem einzelnen Augenblick deines Seins beschenke.

Hörst du: IN JEDEM EINZELNEN AUGENBLICK DEINES SEINS!!!

Dankbarkeit ist eine ebenso hohe Schwingungsfrequenz so wie die Liebe selbst. Dankbarkeit ist sozusagen das Hohe C der Liebe.

Es führt dich direkt über dein Herz zu mir“.

„Aber ich kann das nicht kontrollieren, wann ich diese tiefe Dankbarkeit erleben darf – diese tiefe Liebe zu dir, mein geliebter Schöpfer. Ganz im Gegenteil, wenn mein Herz so verdunkelt von Gefühlen der Trennung, Bedrohung, Wut und Groll und auch noch Schuldgefühlen und Versagensgefühlen ist, geht das einfach nicht. In diesem verengten Bewusstsein ist mir das unmöglich. Ich könnte es denken, so rein theoretisch, doch wirklich fühlen und empfinden, niemals. Und selbst wenn ich es mir sagen würde, tiefe Dankbarkeit ist deine Erlösung, führt dich zurück zu Gott und lässt dich wieder Einheit mit Gott erfahren, das käme mir dann hämisch und spöttisch vor. Da kann sich dann auch noch meine ganze Wut und Verlassenheit bis hin zu einer momentanen Bitterkeit steigern. Zudem kommt auch noch ein tiefes Gefühl des Versagens, des Nicht-richtig-gemacht-habens und des Selbst-Schuld-seins auf. Da fühle ich alles andere, als tiefe Dankbarkeit DIR gegenüber, noch weniger tiefe Einheit mit DIR. In solchen Zuständen könnt ich DICH nur noch nehmen und heftig schütteln und DICH anbrüllen……Na ja, du weißt ja, was eben passiert ist.“ Etwas verlegen schaute Ravel vom Bildschirm weg.

Zum Glück hast du es getan und MICH geschüttelt und MIR die Meinung gesagt, all deine Gefühle MIR gegenüber zum Ausdruck gebracht. Das ist, wie ich bereits sagte, vollkommen okay.

Mein Schatz, das weiß ICH nur zu gut. Gerade dann, wenn du MICH am nötigsten brauchst, scheine ICH abwesend zu sein, scheine ICH dich verlassen zu haben. Gerade dann scheine ICH MICH gegen dich verschworen zu haben, dir etwas, was du so dringend benötigst, nämlich Gnade, versagen zu wollen.

Mein Schatz, wisse für alle Zeit, der Strahl meiner Gnade ist immer dein. Manchmal mag dein kleines Ich, das so begrenzt ist, MICH anflehen, um Gnade winseln, bitterlich klagen, dich endlich, endlich zu erlösen. Ja du darfst MICH sogar beschuldigen und anklagen, ich sei unbarmherzig und ungnädig, ja ein echter Sadist.

ICH weiß, mein Schatz, das sind dann die Momente im Menschsein voller Dunkelheit, voller Schmerz und unendlicher Qual und Pein. Das sind dann jene Momente, in denen du dich fast dem Tod näher fühlst als dem Leben. ICH weiß, es sind diese Momente, in denen eine Todessehnsucht in dir aufsteigt. Ein solcher Moment war es, als du die Bitternis im Taxi auf dem Weg ins Krankenhaus zu deinem Vater ausdrücktest, noch bevor ihr eure Versöhnung erleben durftet, erinnerst du dich noch?“

„ Oh ja, und wie ich mich daran erinnere. Ich glaubte, es nicht mehr ertragen zu können. Ich wollte in diesem Moment lieber tot sein, nicht mehr sein, mich in nichts auflösen.“ sagte Ravel und erinnerte sich zugleich wieder an die Gnade der Erlösung und Vergebung, die damit einherging.

„Ja genau von diesen Momenten spreche ICH, in denen du dich am liebsten in nichts auflösen möchtest. So viel Pein meinst du dann, nicht mehr länger ertragen zu können. Das ist es, was ja genau deiner Erfahrung der letzten Tage entspricht. Wisse mein Schatz, deine Seele, der Teil, der Eins ist mit Mir ist, der weiß, dass alles nach dem Lebensplan verläuft. SIE weiß, dass SIE selbst es war, die gemeinsam mit MIR diesen Plan entworfen hat mit all den Herausforderungen und schmerzlichen Momenten, die ihr oft Schicksal oder gar Schicksalsschläge nennt.

Deine Seele weiß, dass meine Gnade und Barmherzigkeit, meine Liebe zu dir, mein unendliches Mitgefühl bereits in jenem Moment auf dem Weg zu dir sind, in denen das erdacht wurde. Im Grunde sind sie nicht auf dem Weg, weil sie ja immerzu im ewigen HIER UND JETZT bereits vorhanden sind. Und ICH weiß, mein liebes Juwel, wie schwer das für dich im kleinen Ich zu begreifen ist, auch das verstehe ICH sehr gut.

Es gibt weder etwas zu kontrollieren, noch gibt es etwas, in dem du versagen kannst. Es verläuft alles, bis in die letzte Konsequenz nach diesem göttlichen Lebensplan. Das versichere ICH dir.

Meine Gnade wird dir niemals vorenthalten oder versagt bleiben, obschon es Lebenssituationen im Menschsein geben mag, in denen das allem Anschein nach so ist, in denen es tiefe Zweifel an MIR und letztlich an dir selber, geben kann.

Mein Schatz, eines der Hauptziele die Du (deine Seele) und ICH uns gesetzt haben, ist Hingabe – DIE TOTALE HINGABE AN MICH, AN DEINE LIEBVOLLE MACHT UND FÜHRUNG, DIE ICH BIN. Die ihr oft auch „Gott“ nennt. Hingabe, das Aufgeben jeglicher Kontrolle um dich herum und in dir, ein ganz liebevolles, vertrauensvolles Fallenlassen IN MICH – das ist deine wahre, deine tiefste Sehnsucht. Darin kannst du all diese Liebe ohne Gegenteil und Großartigkeit DIE ICH BIN ERFAHREN.

Das ist der Ruf deines Herzens, deine tiefste Sehnsucht: HINGABE!!!! HINGABE AN MICH, DEINEN GOTT UND SCHÖPFER, DER NUR WOHLWOLLEN UND TIEFSTE UND GANZE LIEBE IST – JETZT UND IMMER – IMMERDAR!!!

Steht es nicht schon in der Bibel, die diese unglaublich tiefe Sehnsucht in deiner Seele widerspiegelt:

NICHT MEIN WILLE GESCHEHE.

DEIN WILLE GESCHEHE. SO SOLL ES SEIN!!!

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30. Keine Strafe – Keine Hölle Teil II.

Ravel saß vor seinem Computer und hatte alle Gefühle, die ihn bewegten, in einer Textdatei festgehalten. Für ihn völlig unvermutet, kam eine direkte Antwort von Gott in seine erstaunten Gedanken, die er sofort eintippte:

Mein lieber Ravel, du mein liebes Juwel! Ich kann dich so gut verstehen, und es ist völlig in Ordnung dass du meinst, jetzt gerade auf meine Liebe pfeifen zu können. Sag mir das ruhig alles, brüll es aus dir heraus! Denn wenn du dich direkt an mich wendest und deine ganze Verachtung, Wut und deinen Hass mir gegenüber zum Ausdruck bringst, wird niemanden geschadet. Stell dir nur vor deine schweren Gefühle würdest du still in deinem Herzen tragen und diese würden mit der Zeit deinen Körper und deine Seele vergiften. Du würdest höchst wahrscheinlich eine schwere Krankheit an Leib und Seele entwickeln.

Oder aber ein Kind das du betreust und sich nicht wehren kann, würdest du für all diese Gefühle, die du nicht gewagt hast mir gegenüber zum Ausdruck zu bringen, als Ventil missbrauchen. Oh mein Schatz, ich bin so froh das du diesen heiligen Weg gewählt hast. Denn ich, mein liebes Juwel, ich bin so mächtig und großartig, ich kann das alles gut aushalten und vor allem IN VOLLER GÄNZE VERSTEHEN. Ich weiß mein Liebes wie entsetzlich du dich fühlen musst, wie viel Angst, Pein und Schmerz und Verzweiflung in deinem Herzen sein muss um das zu fühlen, was du gerade jetzt mir gegenüber fühlst.

Mein Schatz, tief in deiner Seele sehe ich all diese Liebe, die du mir jeden Tag von neuem schenkst. Ich sehe nur dein unschuldiges und so verängstigtes, liebevolles Herz.Und sei sicher: Ich werde dich niemals bestrafen oder auch nur eine einzige Menschenseele zur Hölle schicken.Doch, mein Schatz, auch wenn ich es niemals tue, bitte schick du dich nicht selbst zur Hölle, indem du dich so quälst. Dein Leid ist schon groß genug, kommt es doch Höllenqualen gleich.

Du mein lieber Ravel, ich weiß es gehört viel Mut zum Menschsein, denn es gibt Zeiten, da kann es wahrlich die Hölle sein, Mensch zu sein. Aber sei dir gewiss, so etwas wie die Hölle gibt es nicht. Und deswegen werde ich niemand dorthin verbannen. Dafür liebe ich all meine Teile in voller Gänze viel zu sehr – wie auch den Teil in dir, der jetzt gerade voller Wut und Groll gegen mich ist, den ihr Zorn nennt, den so viele Menschen zuweilen in ihrem Leben gegen mich hegen. Ob nun still in ihren Herzen oder lauthals wie bei dir, gerade.

Mein liebes Juwel, wenn ich auch nur einen einzigen Teil in euch verachten, beschuldigen und bestrafen würde, wäre ich nicht dieser unglaublich barmherzige, gnädige und mitfühlende Gott, DER ICH BIN. Denn DER ICH BIN – DER IST NUR LIEBE – IN VOLLER GÄNZE – OHNE GRENZEN – IN ALLER KONSEQUENZ. ICH BESTRAFE NICHT – WEIL ICH LIEBE!!!“

“Wo bist du denn nur, wo bist du?“ fragte Ravel etwas verunsichert und mit ungläubiger Stimme. Er spürte ganz allmählich, wie sich seine Herzgegend wieder etwas weitete. Welch befreiendes Gefühl, all das fühlen zu dürfen, WAS IMMER GERADE AUCH IST. UND BEDINGUNGLOSE ANNAHME ERLEBEN ZU DÜRFEN, EINE ECHTE GNADE, DURFTE RAVEL HIER  GERADE ERFAHREN.

ICH BIN bei dir. ICH BIN immer da, wo du bist, und du bist immer da wo ICH BIN. Denn wir, du und ich, sind Eins. Durch dich, erfahre ICH mich im Menschsein, mit all den Ups and Downs, wie du sie oft nennst. Mit all den „Schönen und schweren Gefühlen“, mit all den Unzulänglichkeiten und Begrenzungen, die dein Menschsein ausmachen, mit all der Ohnmacht zuweilen, der Hilflosigkeit und tiefer Verzweiflung, mit all der Dunkelheit und Angst, die dich zeitweise übermannt… mit all der Wut, Traurigkeit und der tiefen Sehnsucht nach Frieden, Liebe und Geborgenheit, die ICH BIN – und auch mit all dem Mitgefühl, mein Liebes, das ICH mit dir hab. Du bist so mutig und hast mir den höchsten Dienst der Liebe erwiesen, indem du MICH, mich erfahren lässt durch dich.

Du ermöglichst MIR, DEN, DER ICH BIN, IN VOLLER GÄNZE ZU ERFAHREN. Das ist der Teil den du mir schenkst, Mensch zu sein. Mein Teil des Geschenks ist der göttliche Teil in dir, der immerzu und zu jeder Sekunde in und mit dir lebt, der Teil in dir, der dir meinen Frieden und Gnade schenkt.

Mein Mitgefühl, meine ganze und ungeteilte Liebe, deren Basis immer die Bedingungslosigkeit ist ist stets bei dir.

Mein Schatz, durch dich erfahre ich all meine Größe und Vielfältigkeit – durch all dein scheinbares Versagen, deine Unzulänglichkeiten und Fehler.

Mein lieber Ravel, was immer du auch gerade fühlst und durchmachen musst, ICH BIN immer bei dir und halte still deine Hand. ICH sehe immerzu nur Liebe, Liebe, Mitgefühl und den tiefen, unglaublichen Frieden und die Gnade, die ICH BIN.

Du, mein lieber Ravel, bist der Teil, der MICH ins Menschsein gehen lies. Das ist dein Geschenk an MICH, das du mir ganz mutig Tag für Tag immerzu bereitest. ICH BIN der Teil von dir, von uns, den ihr den göttlichen Funken nennt, den ihr Weisheit, Liebe, Friede, Mitgefühl und Einsein nennt. Es ist der Teil, mein liebes Juwel, den ICH euch gab, den ICH euch schenkte, indem ich euch schuf. Er verbindet euch immer und zu allen Zeiten mit MIR und mit allem Sein, das möglich ist, um es in Erfahrung zu bringen.

ICH spreche von dem Teil, den ihr zuweilen Gott, die Liebe ohne Gegenteil, Gnade oder göttliches Bewusstsein nennt. ICH BIN immer bei dir, weil ICH du bin. Du bist immer bei mir weil du ich bist. Wir sind für immer und alle Zeiten Eins.“

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29. Keine Strafe – Keine Hölle Teil I.

Das Gefühlsbarometer von Ravel war in den letzten Tagen stark gefallen. Er spürte eine tiefe Traurigkeit in sich aufsteigen. Da war noch mehr – es war nicht nur Traurigkeit, es war auch ein großer Teil Sehnsucht und das Gefühl des Verlassenseins und der Wunsch nach Geborgenheit.

Er konnte sich das auch nicht erklären, nach all den Gefühlen der tiefen Verbundenheit, die er in den letzten Wochen und Monaten erlebt hatte. Die langersehnte Versöhnung mit seinem Vater, eine tiefe Sehnsucht, die ja erst kürzlich Erfüllung fand war für ihn ein überaus großes Geschenk.

„Was ist denn nur los mit mir?“…..“Wo bist du nur, du Liebe ohne Gegenteil…..SemSobra…..Luminarien……diese tiefe Verbundenheit…….?? – Alles futsch!“

Es war einfach nur Erinnerung, kein Gefühl mehr… da war mal was. Er konnte sich gerade gar nicht mehr vorstellen das er all das tatsächlich erlebt hatte. Gibt es sie denn nun wirklich, diese Liebe ohne Gegenteil oder war das alles nur Einbildung, ein schöner Traum?

Er spürte tiefer in sich hinein, es war gerade alles so durcheinander. Ravel hatte SemSobra schon seit einigen Tagen weder gesehenen, noch hatte er irgendetwas von ihm gehört, auch keine Träume mehr oder Visionen ähnlicher Art, nichts.

Stattdessen fühlte er in letzter Zeit eine Art diffuser Bedrohung, so als ob etwas Schreckliches geschehen könnte, auf das er sich vorbereiten müsste. Ja, diese entsetzliche Gefühl diffuser Bedrohung verstärkte sein Gefühl der Verlassenheit und somit wiederum diese unglaubliche Sehnsucht, er möge doch wieder tief in dieser Liebe geborgen sein. Und das ging schon über einige Tage hinweg so. Ravel fühlte sich immens angespannt, innerlich, er konnte sich kaum auf seine Arbeit als Erzieher konzentrieren.

Er schien immer mehr, von Tag zu Tag an seine innere Belastungsgrenze zu kommen. Dieses Gefühl der Bedrohung löste nicht nur Ängste in ihm aus, er bemerkte auch eine Gereiztheit und Ungeduld mit den Kindern und Kollegen. Diese Sehnsucht nach tiefer Geborgenheit, Schutz und Sicherheit auf der anderen Seite nahm ebenfalls immens zu.

Geborgenheit, ja genau das brauchte er jetzt so sehr. Denn wiederum diese fehlende Geborgenheit verursachte ja das Gefühl von Angst und Bedrohung, diese unglaubliche Verlassenheit, die wiederum diese Traurigkeit in ihm auslöste. Seinem Erleben nach durchlitt er tiefste Pein und Höllenqualen.

So saß er nun da, völlig verwirrt und vor allem verängstigt. Seine Gedanken wirr und seine Gefühle ebenso, als er plötzlich eine regelrechte Wut auf Gott in sich aufsteigen fühlte:“Wieso tust du mir das an. Womit hab ich das nur verdient. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr hörst du. Du hast mich verlassen. WARUM, WARUM??? Was hab ich dir denn getan?

Und noch was: Du bist ein ganz ungnädiger und unbarmherziger Gott, dass du mir soviel Leid und Bürde auferlegst.

Du quälst, was du behauptest zu lieben. Weißt du was, du und deine Liebe, ihr könnt mir gestohlen bleiben!!! . Sie tut nur weh und ist nichts wert. Behalt sie doch!! Wenn du willst, dann bestraf mich ruhig und schick mich direkt zur Hölle, dort kann´s nicht schlimmer sein als in diesem unendlich beschissenen Leben. Darauf verzichte ich gern, wenn´s mich auch Höllenqualen kosten soll.“

Er holte tief Luft und schrie aus tiefster Verzweiflung: „Ich hasse dich!!! Hörst du mich, ich hasse dich für all diesen Schmerz den du mich hier erleiden lässt. Geh weg-hau ab!!!“

Sein Gesicht war puterrot vor Zorn, seine Muskeln angespannt und stählern hart. Er japste vor Erregung nach Luft und machte verneinende und abwehrende Handgesten, so als ob er mit jemand kämpfte und schlagen wollte. Die Tränen rannen ihm über´s Gesicht begleitet von einem heftigen verzweifeltem Schluchzen.

Da übermannten Ravel zu allem Überfuß auch noch Schuldgefühle. Ravel hatte es doch tatsächlich gewagt dem Allmächtigen seinem Schöpfer seinen ganzen Hass und seine tiefste Verachtung offen und lauthals ins Gesicht zu brüllen. Ja, genau das war es was er gerade jetzt Gott gegenüber fühlte. Es war ein schrecklicher Teufelskreis, in dem er sich da nun befand. Nun gesellte sich zu all diesen schweren Gefühlen auch noch Angst vor Strafe und unendliche tiefe Scham……

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28. Freiheit und Grenzen

Sonntag Morgen: Melina erwachte mit einem etwas diffusen Gefühl von Leere und Überforderung. Nanu – dachte sie – ich habe heute nichts zu tun und fühle mich dennoch überfordert… hm…

Kurz darauf erkannte sie:  Gerade weil der ganze Tag so leer ist, fühle ich mich so! Es ist wie so oft: Ich fühle mich damit überfordert, den Tag zu füllen… Nicht  irgendwie zu füllen, sondern auf eine Weise, die mir gut tut.

Etwas lustlos frühstückte sie. Während sie gedankenverloren  durch ihr liebevoll eingerichtetes Zimmer schaute, fiel ihr Blick auf ein Buch, das sie sich vor kurzem besorgt hatte.

Es war ein schön illustriertes Märchen mit dem Titel: „Die heilende Macht des Sultans“. Ja, sie würde es sich zunächst mit dem Buch gemütlich machen.

Gedacht, getan… sie setzte sich auf ihren kleinen Balkon, legte die Beine hoch und tauchte ein in die Märchenhandlung: Ein Sultan hatte eine neue Haremsfrau gekauft, die sich in seinem Palast zunächst gar nicht wohl fühlte. Durch Demütigungen und Verletzungen, die sie zuvor bei einem anderen Herrscher erlitten hatte, war sie voller Panik und angstvoller Zurückhaltung. Mit der Rolle als Haremsfrau konnte sie sich nicht abfinden.

Melina verstand sie sehr gut, sie würde sich gegen ein solches Schicksal auch auflehnen. Allerdings schien der Sultan ein recht verständnisvoller, mitfühlender, ja nahezu gütiger  Gebieter zu sein. Einige Worte des Sultans berührten sie besonders:

„…es gibt bei mir weder Strafe noch Gewalt… Du bist zwar in meinem Harem, aber ich werde von dir nichts verlangen, was deinen Gefühlen entgegen steht.“

Nachdenklich ließ sie das Buch sinken… Hmm, schon der Name dieser Frau „Selina“  – interessant, diese Ähnlichkeit mit meinem Namen… Er unterscheidet sich nur durch den Anfangsbuchstaben…  Selina erfährt ja vom Sultan eine gewisse Freiheit und Bedingungslosigkeit, sie braucht nichts zu tun, was ihren Gefühlen entgegen steht – dennoch existiert diese Freiheitserfahrung paradoxerweise innerhalb einer Begrenzung, ja nahezu Gefangenschaft, denn sie darf ja als Haremsfrau das Palastgelände nicht verlassen, während sie sich darinnen relativ frei bewegen darf.

Melina überlegte:
Eigentlich sind wir Menschen immer nur  INNERHALB gewisser Grenzen frei. Diese Grenzen können emotionale, örtliche, körperliche, finanzielle, kulturelle Grenzen sein… völlig unbegrenzt sind wir als Mensch schon durch unseren Körper und unsere Prägungen nie. Es ist wohl nur die Frage, innerhalb welcher Grenzen wir uns bewegen…

Anscheinend ist Freiheit generell nur innerhalb von Grenzen erlebbar, denn gäbe es keine Grenzen, wäre auch das Gegenteil – also Freiheit – nicht erfahrbar. Vielleicht brauchen wir ja die Grenzen sogar, um uns in gewisser Weise aufgehoben und sicher zu fühlen, um uns überhaupt spüren zu können…
Vielleich geht es ja sogar darum, die momentanen Begrenzungen zu akzeptieren, sie anzunehmen und zu schauen, wie ich am besten damit umgehen kann, wie ich den freien Raum innerhalb der Bergrenzungen am lohnenswerten füllen kann, ohne die Grenzen abzulehnen, die gerade da sind. Vielleicht verändern sich sogar die Grenzen durch die Art und Weise, wie  ich den freien Raum, den sie umgeben, fülle…

Heute zum Beispiel habe ich einen „freien“ Sonntag – und diese Freiheit eines Tages, an dem nichts von mir verlangt wird, an dem keine Pflicht mich ruft, hat mir zunächst sogar ein kleines Unbehagen verursacht. Es geht also gar nicht darum, absolut frei zu sein, um sich wohl fühlen zu können.  Grenzen sind sogar wichtig und notwendig…
Bisher habe ich Einschränkungen meiner Freiheit immer grundsätzlich abgelehnt -vielleicht sollte ich mir in den nächsten Tagen ganz bewusst anzuschauen, welche Freiheiten ich innerhalb meiner Grenzen habe – und sie so wohltuend wie möglich für mich nutzen. Und ich will schauen, welche Grenzen es sind, in welcher Weise  sie vielleicht sogar wichtig sind für mich…

Heute  an diesem Sonntag bin ich frei, etliches zu tun, was ich schon immer tun wollte. Dennoch war da heute morgen dieses Überfordrungsgefühl, den ganzen leeren Tag nur mit  mir selbst zu füllen… Ich glaube, ich sehne mich auch nach Führung, nach einer liebevollen Führung, die ja letztendlich auch eine gewisse Art von Begrenzung dar stellt. So etwas wie eine Hand, die mich führt und eine Stimme, die spricht: „Schau, meine Liebe, dort geht´s jetzt lang. Das tut dir jetzt gut…“

Gleichzeitig will ich frei sein und von niemandem gesagt bekommen, was ich zu tun und zu lassen habe….

Ja, das sind zwei Teile von dir, zwei ungterschiedliche Bedürfnisse, die sich sogar zu widersprechen scheinen, dennoch sind sie beide da… – hört Melina die ihr schon so vertraute liebevolle Stimme  in ihrem Inneren. Ist das nicht  SemSobra oder ist es Cincera… Ist das nicht die Stimme, mit der GOTT gestern gesprochen hatte?

WIR sind doch alle eins, antwortet es in ihre Gedanken hinein – Cincera, SemSobra, dein Herz… alles Facetten Gottes, alles Erscheinungsformen von MIR, den du Gott nennst. In jedem Moment erfährst du MICH in der Weise, die für  dich in diesem Augenblick gerade stimmig und passend für deine jeweiligen Bedürfnisse ist.

Hach, da ist sie wieder, diese gütige Stimme, nachd er ich mich so gesehet habe, denkt Melina glücklich – und der letzte Rest ihres sonntäglichen  Überforderungsgefühl verschwindet augenblicklich.

Ja, da BIN ICH – und ICH stimme dir zu, das Annehmen und genaue Anschauen deiner Grenzen wird dir viel geben. Du kennst es auch aus deiner Arbeit mit den Kindern. Kinder brauchen liebevolle Grenzen. Den Erwachsenen geht es nicht anders. Wie du soeben erkannt hast, brauchen sie Grenzen. Ein ihnen oft unbewußter Teil erschafft diese Grenzen, die sie dann auf anderer Ebene wieder ablehnen können. Das wird dann Spiel des Schicksals genannt.

Du hast immer die Wahl: Willst du diese dir unbewussten schicksalhaften Schöpfungen annehmen oder ablehnen? Das ist gleichbedeutend mit der Frage: Willst du Frieden oder Kampf?

Ich will Frieden. Bitte hilf mir dabei!
Ich möchte mich von DIR, Gott, an die Hand nehmen lassen.
Zeige mir den Weg und führe mich – heute und an jedem Tag!
Diese Bitte und das damit einhergehende Gefühl von Bereitschaft lässt Melina tief aufatmen und sie füg hinzu:
Und bitte lass mich deine Führung deutlich fühlen!

Lausche in dich hinein, dort findest du MICH immer!
Schaue auf das, was ICH dir mit der Hilfe von Freund Zufall zufallen lasse! Darin sind immer Weg weisende Informationen enthalten.
Und spüre, wohin es dich in deinem Herzen zieht.
So findest du immer meine Hand, die dich liebevoll führt!

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27. Immer da!

Melina hatte gefrühstückt und nahm ihr Tagebuch zur Hand.

Schade, dass sie schon so lange nichts mehr hinein geschrieben hatte!
Doch was sollte sie jetzt schreiben?
Würde ihr etwas einfallen, was wichtig genug wäre, hier einzutragen?

Genau das ist zur Zeit deine Bremse,
hörte sie die weise, liebevolle  Stimme, die sie als Gottes Stimme empfand,  in ihren Gedanken.
Beginne einfach mit dem, was gerade in dir ist, und sei sicher, es ist immer von Bedeutung! Nichts ist wesentlicher als das, was du gerade empfindest!

Gehorsam öffnete sie seit längerer Zeit mal wieder ihr Tagebuch und begann mit den Worten:

Ockay, Gott, ich bin da.

Wunderbar, meine Liebe, auch ICH BIN da! Was willst du mir jetz gerade schenken?

Ich weiß nicht…

Ah, du weißt noch nicht, was ich meine. Okay,  ICH  erkläre es dir:
Jedes deiner Gefühle ist ein Geschenk für mich. Verstehst du – jedes!

Auch meine Traurigkeit, meine Sehnsucht, meine Leere, meine Wut?

Auch das alles –  natürlich! Es macht dich zu eienm ganzen Menschen,  zu einem lebendigen Menschen. Und für MICH, den Liebhaber allen Lebens, ist ein lebendiger, fühlender Mensch in seiner gesamten Gefühlspalette ein wunderbares, wertvolles Geschenk.

Gut, Gott, DU Liebhaber allen Lebens – welch schöner Begriff für  DICH , dann schenke ich dir heute meine innere Leere, meine Traurigkeit, dass mir die Verbindung zu Luminarien fehlt und meine schmerzliche Sehnsucht nach etwas, das ich nicht einmal genau benennen kann. Ist das genug? Wenn nicht kann ich dir noch Kopfweh und das daraus entstehende Gefühl von Kraftlosigkeit, Mutlosigkeit und Unlust, etwas zu tun, anbieten.

ICH danke dir, mein Liebes! Auch für die leicht provokante Stimmung, in der du gerade bist, danke ich dir. ICH liebe dich damit! Es macht dich so wunderbar lebendig.

Melina mußte schmunzeln. DER merkt auch alles!

Natürlich, dafür  BIN ICH  Gott! Und bevor du  MICH  fragst, ob  ICH  wirklich Gott bin, hier meine Antwort:
ICH BIN, der ICH BIN – egal wie du MICH nennst. Auf jeden Fall  BIN ICH  der Liebhaber allen Lebens, und damit auch dein Liebhaber.

Wow! Ist das schön, ich unterhalte mich jetzt mit meinem Liebhaber, dem größten aller Zeiten.
Hmmm… Da muss ich DICH aber mit vielen Menschen teilen… Ich wünschte mir so sehr einen Liebhaber ganz für mich allein, der nur mich liebt, mich in einzigartiger Weise,  nur mich und für immer…
Hinter Melinas Stirn zog es sich zusammen, ihre Kehle verkrampfte sich, ihre Augen wurden feucht. Doch sie schrieb weiter: Ich weiß, ich sollte so nicht fühlen…

Meine Liebe, ich verstehe dich. Du möchtest dich ganz und gar in all deinen Facetten und total geliebt fühlen. Und dieser Teil, der da gerade geschrieben hat, glaubt, ICH, dein Liebhaber wäre überfordert, dich in allem  zu kennen, zu verstehen und zu lieben und dies gleichzeitig auch bei anderen zu tun. Du möchtest wie jedes Wesen absolut und ganz und gar geliebt sein. Und ICH sage dir, meine liebe Melina:
ICH sehe dich in allem, was du bist.
ICH kenne dich in all den vielfältigen Nuancen deines Seins.
ICH verstehe dich in den tiefsten Winkeln deines Wesens.
Und ICH liebe dich, absolut und vollkommen, bedingungslos und grenzenlos – ohne Wenn und Aber.
ICH liebe dich, genau dich, ganz genau die Melina, die du bist, in allem, was dich ausmacht, in allem, was du von dir kennst und weißt und in allem, was du noch nicht von dir kennst und wahrnnimmst. Alles – verstehst du? Alles! Alles ist in jedem Moment ist von mir geliebt!

Eine Träne tropfte auf´s Papier. Doch Melina konnte das Schreiben noch nicht unterbrechen. Gott wollte ihr noch mehr sagen:

Meine Geliebte, es ist so: ICH BIN ganz und gar in jeder Sekunde mit meiner Liebe und Fürsorge für dich da – und sowie du dich an MICH wendest, wirst du die Verbindung mit MIR fühlen können und meine Antworten in dir hören.
Deine Hinwendung an MICH genügt dafür, dass du mit MIR verbunden bist. Ja selbst dann, wenn du nicht an MICH denkst, bist du mit MIR eins – nur fühlst du dann unsere Verbindung nicht.  
ICH BIN  in jedem Moment bei dir, in dir, um dich herum… mit dir eins.
Und gleichzeitig geht es allen anderen Wesen genau so wie dir, ob es ihnen bewusst ist oder nicht.
Weißt du, mein Schatz,  ICH BIN  so unendlich groß, dass ich für alle Wesen, zu allen Zeiten, an allen Orten, hier und in allen  Welten und Seins-Ebenen da sein kann, ohne dass einem von euch irgendetwas verloren ginge oder dass ihr irgendetwas vermissen müsstest, was euch dadurch, dass es ein anderer bekäme verwehrt sei. Denn es ist von meiner Liebe und Fürsorge genug für alle da und noch viel mehr!
Du wirst also in jedem Moment das von MIR bekommen, was du gerade brauchst, dessen sei dir ganz sicher, wenn das zuweilen auch anders aussehen mag, als du es dir vorgestellt hast. Dir wird niemals etwas verloren gehen, auch wenn ich die anderen genau so sehr liebe wie dich. Das unterscheidet MICH von den menschlichen Liebhabern, die zur gleichen Zeit immer nur an einem Ort sein können, auch wenn in ihren Herzen Platz für viele ist.

Oh, entschuldige, Gott…  Der Kugelschreiber zitterte auf dem Papier.
Ich glaube, da war ein Stück Eifersucht mit im Spiel.

Geliebte Melina,
du brauchst dich niemals für deine Gefühle zu entschuldigen, für keines deiner Gedanken und Empfindungen, hörst du?
Das alles gehört zum Menschsein. Wie gut kann  ICH  diesen eifersüchtigen kleinen Teil in dir verstehen! Schau sie dir an, die kleine Stimme der Eifersucht. Siehst du ihre Angst, warten zu müssen…  ihre ganz erklärliche Furcht, zu kurz zu kommen? Wie oft mußte sie schon, als sie noch ganz klein war, warten… Warten auf Zuwendung… Warten darauf, in die Arme genommmen und aus dem  Bettchen gehoben zu werden… Wie oft wartete sie nach ihrem Gefühl viel zu lange, manchmal sogar vergeblich… Denn anderes hatte Vorrang, anderes schien wichtiger… Die Eltern konnten ihre Bedürfnisse nicht jederzeit und nicht genügend erfüllen, um emotional satt und zufrieden heran wachsen zu können. Sie waren ja nicht immer da. Und wenn sie da waren, so war es ihnen auch nur begrenzt möglich, in Fülle zu geben, was gebraucht wurde. Denn schließlich waren ja auch sie den Zwängen und Begrenzungen ihrer Zeit und ihrer Lebensumstände unterworfen. Ist es da nicht zu verständlich, dass sich die Kleine wünscht, es wäre jemand immer für sie da – ganz und gar nur  für sie! Nur für sie! Immer für sie!

Komm, lass uns die Kleine in die Arme nehmen und ihr sagen: WIR zwei, die erwachsene Melina und ICH, Gott, WIR sind immer für dich da!

Und in ihrem Herzen fand Melina die kleine zitternde Stimme der ängstlichen Eifersucht und nahm sie liebevoll in ihre Arme. Gleichzeitig fühlte sie sich  selbst von liebenden Lichtarmen gehalten und irgendwie getröstet. Ein weiches unendlich zärtliches Gefühl zu sich selbst breitete sich in Melina aus.

Ich bin da, ja, mein Kleine,ich bin ja da – und unser großer Freund Gott ist auch da.

Immer da? fragte die Kleine.

Immer da!

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26. Diffuse Sehnsucht

Melina erwachte an diesem Samstag früh – und das obwohl sie nicht zur Arbeit gehen musste. Ein freies Wochenende lag vor ihr. Draußen  schien die Sonne, es gab Grund zur Freude. Doch sie stellte verwundert fest: Warum kann ich mich nicht freuen? Ein freies Wochenende, gutes Wetter – ich sollte jubilieren… Aber es fühlte sich in ihr anders an, irgendwie leer, grau, lustlos… Was ist nur mit mir los, fragte sie sich.

Ihr Blick  fiel auf ihr Tagebuch, sie hatte schon lange nicht mehr darin geschrieben. Früher gehörte dies zu einem festen Bestandteil ihres Tages. Warum bin ich nur davon abgekommen? fragte sie sich. Und prompt antwortete ein Stimme in ihr: Weil du immer so schrecklich viel zu tun hast, dass keine  Zeit mehr bleibt.

Nein, das stimmt nicht! Jedenfalls nicht ganz, ergriff eine andere Stimme in ihr das Wort. Es fehlt einfach die Motivation, die Lust. Unsere Gedanken gingen in letzter Zeit lieber nach Luminarien.

Ja, seufzte Melina, aber auch das ist irgendwie verblasst, ich habe schon seit längerer Zeit keine Träume mehr, keine Fantasien, keine Verbindung zu meinen Lichtfreunden, Cincera und SemSobra.
Unglücklich stand sie auf, um sich einen Kaffee zu kochen und ihr morgendliches Müsli zu schnippeln.

Mir ist langweilig! Alles ist öde! So brummelte es in ihr. Diese Stimme gehörte ihrem inneren Kind. Wenn sie ihm jetzt nicht wenigstens antwortete, wäre sie ihm keine liebevolle Erwachsene. Doch was sollte sie ihm sagen? Sie wußte ja selbst im Moment keinen Rat.

„Mein Liebes, ich höre dich, ich fühle dich, ich kann dich verstehen.“

Schon fühlte es sic hin ihr etwas leichter an.

„Na dann ist ja gut, “ flüsterte es in ihr etwas getröstet. „Mach was, damit es sich in uns wieder besser anfühlt!“

Tja, grübelte Melina, was kann ich machen? Ich werde erst mal beten und das ganze Dilemma Gott übergeben.

Gott, es fühlt sich zur Zeit irgendwie öde an in mir. Mein innneres Kind ist traurig. Ich weiß nicht warum… Da ist so ein Gefühl von Leere, so eine diffuse Sehnsucht nach etwas, das ich kaum greifen kann. Gott, bitte nimm mich mit all dem in dein großes Weltenherz, hilf mir!

Unmittelbar darauf  hörte sie „ES“ in sich denken: In meinem großen Weltenherz bist du doch schon seit Urzeiten, du kannst dort niemals heraus fallen. Allerdings gibt es Zeiten wie diese, in denen du MICH nicht so deutlich fühlen kannst.

„Das stimmt!“  seufzte Melina. „Sag mir, was kann ich tun, um wieder froh zu werden und Erfüllung zu finden?“

Genau das, was du bereits getan hast,  lächelte die Stimme in ihr, dir deines Zustandes bewusst zu werden und MICH dazu zu Rate zu ziehen.

Und nun? fragte Melina nun etwas hoffnungsvoller.

Nun genießt du erst einmal dein Frühstück und dann reden wir weiter. ICH  möchte, dass du dir nach dem Frühstück dein Tagebuch nimmst und die Gedanken und Gefühle, die dann da sind, nieder schreibst.

Wie gut, dass ich heute Zeit habe! dachte Melina und fühlte sich bereits etwas getröstet.
Auch die kleine Lina in ihr kuschelte sich beruhigt in ihrem Herzen ein und meinte lakonisch: Prima, mit Gott klappt das schon! Super Melina, dass du IHM das ganze übergeben hast! Übrigens, ich will noch mehr Pfirsichstückchen ins Müsli haben. Hmm, lecker…!

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25. Das Sahnehäubchen der heilenden Minuten


Melina lag im Bett und quälte sich mit Schuldgefühlen. Warum nur hatte sie vergessen, ihre Freundin anzurufen, sie hätte das Gespräch sicher gut brauchen können – gerade jetzt, wo sie sich so einsam und ängstlich fühlte.  Doch jetzt war es bereits 22 Uhr – zu spät zum Anrufen. Warum nur war sie nicht schneller nach hause gegangen nach der Arbeit! Sie hatte es einfach vergessen und sich an der untergehenden Sonne und an der Blumenpracht im Park gefreut und dabei genüsslich ein Eis geschleckt. Wie konnte sie ihre Freundin einfach vergessen, die sicher schon  auf ihren Anruf gewartet hatte…

Plötzlich fühlte Melina eine liebevolle Präsenz und hörte die Frage: „Hättest du dein Vergessen vermeiden können? Hast du über das Vergessen die Kontrolle?“
„Nein, sonst wäre ich ja gleich nach hause gegangen“, antwortete sie  und freute sich, dass ihre himmlische Freundin Cincera spürbar bei ihr war. Gleichzeitig wurde ihr bewusst, dass sie durch die Traum-Tür nach Luminarien gelangt war, in die Welt des Geistes, des Lichts, von der Cincera ein Teil war …

„Mein Liebes, du bist völlig unschuldig. Es besteht kein Grund für Gewissensbisse. Doch ich weiß, dass dir die Worte allein kaum etwas nützen. Komm mit! Ich will dich deine Schuldlosigkeit fühlen lassen.“

Sowie Melina die ihr dar gebotene Hand Cinceras ergriffen hatte, befanden sich die beiden auf einer  strahlend bunten, saftigen Sommerwiese inmitten eines Kreises singender Menschen. Der Kreis öffnete sich sofort, um die beiden mt hinein zu nehmen. Wohin Melina auch schaute, ihr begegneten nur freundliche, liebevolle Blicke, während sie einem Lied dieses gigantischen Chores  lauschte, das nun immer kraftvoller wurde:

„Through the eyes of love we are perfect,
through the eyes of love we are free.
through the eyes of love we are innocent,
I am you and you are me!“

(Durch die Augen der Liebe betrachtet sind wir vollkommen,
durch die Augen der Liebe betrachtet sind wir frei
durch die Augen der Liebe betrachtet sind wir unschuldig,
ich bin du und du bist ich!“ )

Sie kannte das Lied – und während sie hier in diesem gigantischen Chor mit einstimmte in den kraftvollen, mehrstimmigen Gesang, konnte sie die tiefe Wahrheit ihrer eigenen  Schuldlosigkeit, der Vollkommenheit und Einheit allen Seins, von der auch sie ein geliebter Teil war,  fühlen. Was all die vielen Texte, Gespräche und Gedanken über das Thema „Schuld und Unschuld“ bisher bei ihr nicht vermochten, das machte das gemeinsame Singen dieses Liedes möglich: Die immer wieder von Schuldgefühlen geplagte Frau fühlte ihre naturgegebene Schuldlosigkeit in allen Körperzellen als sanfte Vibration einer allumfassenden Liebe, die sie sanft und kraftvoll umfing und hielt  in einer Umarmung tönenden Lichts .

Tränen der Erlösung traten ihr in die Augen und ein tiefes Dankbarkeitsgefühl durchströmte sie. In dieser Schwingung des Friedens und der Liebe sah sie plötzlich hinter jedem Menschen einen Engel, der für mit ihm und für ihn sang, und in der Mitte des Kreises schwebte der Planet Erde.

Was sie dann sah, berührte tief ihr Herz: Bei jedem Menschen stand ein Engel und sang dieses Lied.Überall auf der ganzen Welt wurde von Unschuld, Einheit und Vollkommenheit gesungen – in den verschiedensten Sprachen umrundete ein heilender Gesang den gesamten Erdball und die singenden Wesen hielten sich, wo immer das möglich war an den Händen und bildeten so ein gigantisches Netz, das wie ein wunderschönes leuchtendes Muster rund um die Erde sichtbar war.

Die Menschen bemerkten ihre Engel nicht und gingen weiterhin ihrer Tätigkeit nach, die sie gerade aus übten, doch einige saßen oder standen still versunken für einige Augenblicke  still und gaben sich einem Frieden hin, den sie sich nicht erklären konnten, der einfach plötzlich da war. Und es gab auch Menschen, die die heilende Kraft der  Engel bereits wahrnahmen.

„Ist das Traum oder Wirklichkeit?“ flüsterte die junge Frau ergriffen.
„Es ist so wahr wie du atmen und singen kannst, meine Liebe!“ antwortete ihr Cincera lächelnd. Würden wir nicht täglich mehrmals für die Erde und ihre Bewohner unsere heilenden Kräfte ausströmen, wie du es zum Beispiel in diesem Gesang wahrnimmst, wäre die Menschheit und die Erde längst untergegangen. Wir halten die Schwingung der Liebe und des Friedens aufrecht, indem wir 24 mal pro Tag  jeden von euch eine Minute lang besingen und ihn mit unserem Licht bestrahlen.“

„Ist es immer dieses Lied, das ihr singt?“ fragte Melina gespannt.
„Glaubst du nicht, dass uns das bald langweilig werden würde?“ fragte iincera lachend zurück. „Nein, Spaß beiseite, natürlich kennen wir gar keine Langeweile, doch du kannst dir sicher vorstellen, dass es unendlich viele Heilungs- und Friedenslieder gibt und ebenso viele Farbschwingungen, die euren bewegten Gefühlen gut tun. Jede Stunde gibt es einen anderen Gesang und jeder Mensch wird genau mit der Farb-Licht-Schwingung  bestrahlt, die er in diesem Moment am meisten braucht. Das kann für den einen beruhigend und besänftigend wirken, für den anderen anregend und motivierend und für wieder jemand anders inspirierend oder tröstend – je nachdem, was gerade notwendig und heilsam ist.“

„Aber das Lied…“ überlegte Melina, „…ihr singt doch alle das gleiche Lied, oder?“
„Ja, in den verschiedensten Sprachen und Stimmlagen – so kann es dem einzelnen in seiner ganz für ihn abgestimmten Schwingung erreichen und gleichzeitig einem ganzen Land und der gesamten Erde gut tun.“

„Aber wie einigt ihr euch in der kurzen Zeit auf ein Lied, das für die ganze Welt in gerade dieser Minute passend ist?“
„Darüber machst du dir am besten keine Gedanken, denn das kannst du mit deinem kleinen Köpfchen nicht verstehen. WIR leben jenseits von Zeit und Raum und empfangen das jeweilige Lied direkt aus der Quelle allen Seins.“

„Oh…“ flüsterte Melina, als sie am nächsten Morgen mit der Melodie des Liedes „Trough the eyes of love“ erwachte. Sie schaute auf ihre Uhr, es war 8.O8 Uhr. Sie fühlte sich erfrischt und voller Frieden. Während sie leise vor sich in summte, dachte sie: „War das schön – ich habe irgendetwas von Engeln und Liedern geträumt.“

In den nächsten Tagen bemerkte sie einen merkwürdign Zusammenhang. Sie spürte in manchen Momenten mitten im Tagesgeschehen einen plötzlich auftretende inneren Frieden, eine seltsame Ruhe, ein wohliges Gefühl von Geborgenheit, einen Gedanken, der ihr gerade gut tat, eine Idee, die ihr gefiel… Und immer in diesen Augenblicken, wenn sie gerade darauf achtete, gab es eine auffällige Uhrzeit, wie zum Beispiel 11.11 Uhr oder 14.14 Uhr oder 21.21 Uhr…

Daraus entwickelte sie eine Gewohnheit: Immer wenn sie zufälligerweise um 11.11 Uhr oder um 16.16 Uhr oder um 22.22 Uhr zur Uhr schaute, wurde sie still und achtete auf das Geschenk in dieser Minute. Manchmal wartete sie schließlich ganz bewusst darauf, dass es 1o.10 Uhr oder 17.17 Uhr wurde, um inne zu halten und eine wohltuende Pause zu machen. Dass die dabei oft eine Melodie im Herzen hatte und so manches Mal, wenn es gerade möglich war, auch dazu sang, war das Sahnehäubchen dieser Minute.

Und manchmal fiel ihr plötzlich dabei ein Lied ein, das sie zuvor noch nie gehört hatte…

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