26. Diffuse Sehnsucht

Melina erwachte an diesem Samstag früh – und das obwohl sie nicht zur Arbeit gehen musste. Ein freies Wochenende lag vor ihr. Draußen  schien die Sonne, es gab Grund zur Freude. Doch sie stellte verwundert fest: Warum kann ich mich nicht freuen? Ein freies Wochenende, gutes Wetter – ich sollte jubilieren… Aber es fühlte sich in ihr anders an, irgendwie leer, grau, lustlos… Was ist nur mit mir los, fragte sie sich.

Ihr Blick  fiel auf ihr Tagebuch, sie hatte schon lange nicht mehr darin geschrieben. Früher gehörte dies zu einem festen Bestandteil ihres Tages. Warum bin ich nur davon abgekommen? fragte sie sich. Und prompt antwortete ein Stimme in ihr: Weil du immer so schrecklich viel zu tun hast, dass keine  Zeit mehr bleibt.

Nein, das stimmt nicht! Jedenfalls nicht ganz, ergriff eine andere Stimme in ihr das Wort. Es fehlt einfach die Motivation, die Lust. Unsere Gedanken gingen in letzter Zeit lieber nach Luminarien.

Ja, seufzte Melina, aber auch das ist irgendwie verblasst, ich habe schon seit längerer Zeit keine Träume mehr, keine Fantasien, keine Verbindung zu meinen Lichtfreunden, Cincera und SemSobra.
Unglücklich stand sie auf, um sich einen Kaffee zu kochen und ihr morgendliches Müsli zu schnippeln.

Mir ist langweilig! Alles ist öde! So brummelte es in ihr. Diese Stimme gehörte ihrem inneren Kind. Wenn sie ihm jetzt nicht wenigstens antwortete, wäre sie ihm keine liebevolle Erwachsene. Doch was sollte sie ihm sagen? Sie wußte ja selbst im Moment keinen Rat.

„Mein Liebes, ich höre dich, ich fühle dich, ich kann dich verstehen.“

Schon fühlte es sic hin ihr etwas leichter an.

„Na dann ist ja gut, “ flüsterte es in ihr etwas getröstet. „Mach was, damit es sich in uns wieder besser anfühlt!“

Tja, grübelte Melina, was kann ich machen? Ich werde erst mal beten und das ganze Dilemma Gott übergeben.

Gott, es fühlt sich zur Zeit irgendwie öde an in mir. Mein innneres Kind ist traurig. Ich weiß nicht warum… Da ist so ein Gefühl von Leere, so eine diffuse Sehnsucht nach etwas, das ich kaum greifen kann. Gott, bitte nimm mich mit all dem in dein großes Weltenherz, hilf mir!

Unmittelbar darauf  hörte sie „ES“ in sich denken: In meinem großen Weltenherz bist du doch schon seit Urzeiten, du kannst dort niemals heraus fallen. Allerdings gibt es Zeiten wie diese, in denen du MICH nicht so deutlich fühlen kannst.

„Das stimmt!“  seufzte Melina. „Sag mir, was kann ich tun, um wieder froh zu werden und Erfüllung zu finden?“

Genau das, was du bereits getan hast,  lächelte die Stimme in ihr, dir deines Zustandes bewusst zu werden und MICH dazu zu Rate zu ziehen.

Und nun? fragte Melina nun etwas hoffnungsvoller.

Nun genießt du erst einmal dein Frühstück und dann reden wir weiter. ICH  möchte, dass du dir nach dem Frühstück dein Tagebuch nimmst und die Gedanken und Gefühle, die dann da sind, nieder schreibst.

Wie gut, dass ich heute Zeit habe! dachte Melina und fühlte sich bereits etwas getröstet.
Auch die kleine Lina in ihr kuschelte sich beruhigt in ihrem Herzen ein und meinte lakonisch: Prima, mit Gott klappt das schon! Super Melina, dass du IHM das ganze übergeben hast! Übrigens, ich will noch mehr Pfirsichstückchen ins Müsli haben. Hmm, lecker…!

Werbeanzeigen

3 Antworten so far »

  1. 1

    Kirstin said,

    Ach mensch, Ihr Lieben. Synchronizitäten über Synchronizitäten. Was ist grad los. Bin sehr dankbar dafür. Das, was Ihr hier beschreibt, ist genau das, was mir vor zwei tagen das erste Mal richtig gelungen ist. Nachzufragen, mich selbst bewußt zu befragen. Schön, ich freue mich sehr über diese Geschichte.

    Alles Liebe von Kirstin

    • 2

      Und wir freuen uns, dass du dich freust, liebe Kirstin!
      Und über den wundervollen göttlichen Zeitplan, der immer wieder magische Synchronizitäten entdecken lässt. Bald geht es weiter mit Melinas Gespräch mit dem Liebhaber allen Lebens 😉
      Ganz herzlich grüßen dich
      Marina und Olaf

      • 3

        Kirstin said,

        Ja, und grad im Moment so dolle. Von allen Seiten. Bedeutet wohl, daß ich nicht ganz auf dem falschen Weg bin, hoff ich. Muß immer wieder an die Celestine Bücher denken, da wurde das ja auch so viel beschrieben.

        Freue mich schon auf die fortsetzung.

        Und bis dahin sprech ich halt selber mit mir 😉 so wie ich es vor zwei Tagen angefangen hab.

        Viele Grüße von Kirstin


Comment RSS · TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: