11. Die wahre Heimat

Die wahre Heimat

Nachdenklich und etwas traurig lag Melina in ihrem Bett und konnte keinen Schlaf finden. Sie hatte den Abend mit ihrer besten Freundin verbracht. So sehr hatte sie sich gefreut, sie wieder zu sehen und ihr von all´ dem zu erzählen, was sie beschäftigte. Doch Susanne hatte sie nicht wirklich verstanden – ja hatte sie ihr überhaupt richtig zu gehört? Begeistert erzählte Melina ihr von der Geschichte Luminariens, die sich irgendwie in ihr zu verselbständigen schien. Als sie schließlich die Begegnung mit dem faszinierenden Mann mit den goldenen, gütigen Augen schilderte, unterbrach ihre Freundin sie und fragte, ob sie sich da nicht in etwas hinein steigere, was ihr möglicherweise nicht gut täte. Ja, Susanne hatte Angst, dass Melina den Bezug zur Realität verlieren könnte und dass diese Traumwelt ihr eventuell sogar schaden könnte.

Dabei spürte Melina einen deutlichen Zuwachs an Freude und Lebendigkeit seit sie mit den Bildern und Gedanken von Luminarien beschäftigt war. Sie begegnete dort der personifizierten Liebe und einer so prachtvollen Schönheit, dass die Begeisterung, die dadurch in ihr entstand, sich auf ihre Grundstimmung aufhellend und belebend auswirkte. So wohl und so leicht hatte sie sich seit langem nicht gefühlt. Konnte daran etwas falsch sein?

Unruhig drehte sich Melina von einer Seite des Bettes auf die andere. Wie schade, dass sie das, was sie so beseelte, nicht mit ihrer besten Freundin teilen konnte. Doch wenn sie es genau betrachtete, war es schon immer so gewesen, dass die innersten Dinge für Susanne und auch für ihre anderen Freundinnen nicht wirklich nachvollziehbar waren. Sie hatte sich schon immer Gedanken um geistige Zusammenhänge gemacht, träumte von inneren Welten, zu denen andere Menschen keinen Zugang hatten. Und vieles, was für die anderen wichtig und spannend war, interessierte sie nicht wirklich. Sie fühlte sich deshalb so manches Mal einsam und sogar etwas absonderlich, vielleicht sogar irgendwie so, als ob etwas mit ihr nicht stimmen würde…

„Mit dir ist alles in Ordnung, mach dir keine Sorgen“, beruhigte sie eine klare, liebevolle Stimme, die zu einer zauberhaft anmutenden Frau gehörte. Sie trug ein langes weites Gewand, das in allen Regenbogenfarben leuchtete.

Gold schimmernde lange Haare verliehen ihr eine fast engelhafte Schönheit.
„Oh, ich bin wieder drüben,“ bemerkte Melina, „wie bin ich hier her gekommen?“
„Durch die Drehtür, die ihr TRAUM nennt,“ erklärte ihr die Regenbogenfrau. „Und bevor du mich fragst, wer ich bin, bitte ich dich um eins: Schau mich einmal genau an!“

Melina betrachtete fasziniert die zauberhafte Frau. Sie war groß, wirkte freundlich und wohlwollend und strahlte irgendwie von innen. Schließlich verweilte sie mit ihrer Aufmerksamkeit in deren Gesicht… Und langsam begann eine Erkenntnis in ihr zu reifen… Sie bemerkte eine gewisse Ähnlichkeit… Konnte es sein, dass…

„Ja, es ist wahr, Melina, ich bin du – ich bin dein tiefstes wahres Wesen, der Ausdruck deines göttlichen Seins – das, was du bist, wenn du den Mut hast, ganz und gar du selbst zu sein.“
Mit diesen Worten reichte sie der staunenden jungen Frau die Hände.
„Du kannst Sincera zu mir sagen. Komm, mein Liebes, sei von Herzen willkommen in Luminarien, in der Welt deines Herzens, in deinem wahren Zuhause. Dies ist ein Zuhause, in dem du jederzeit willkommen bist, in dem du immer du selbst sein darfst – ein Zuhause, das du zwar vergessen kannst, jedoch nie, nie wirklich verlassen könntest, und das du auch niemals wirklich verlassen hast, weil du es immer, immer in dir trägst. Es lebt in dir und du in ihm, nur hast du dich eine lange Zeit nicht mehr daran erinnert. Doch auch das gehört zu dem großen Spiel, das LEBEN heißt, Leben auf Erden. Nun ist die Zeit reif für dich, und du beginnst, dich deiner wahren Herkunft zu erinnern. Ich heiße dich herzlich willkommen im Land des Lichts, tritt ein.“

Melina ging einen Schritt vorwärts und ergriff die ihr dar gebotenen Hände – und sie fühlte, wie ihre noch kühlen, zitternden Hände warm umfangen und sicher gehalten wurden. Frieden strömte in sie ein, ein Frieden, dessen Reinheit und Intensität sie bislang nicht kannte, ein Frieden, in dem sie ganz sicher wusste: Dies hier war das Beste, das ihr je widerfahren konnte. Daran war nichts falsch oder irre führend. Und wenn es auch keine ihrer Freundinnen verstehen würde – sie wollte darauf nie mehr verzichten. Denn es tat ihr so gut wie keines der Dinge in der irdischen Welt.
Wie aus weiter Ferne und doch ganz nah hörte sie Sinceras Stimme: „Du kannst diesen Frieden mitnehmen in die irdische Welt. Unsere Welten sind nicht getrennt von einander. Wir sind eins.“


Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: