5. Ein zauberhaftes Zuhause

Sie sah ein Schloss, das ihr nicht unbekannt vorkam. Nein, es war ihr sehr vertraut, sehr sogar. Allmählich kamen ganz sanft Erinnerungen, Bilder stiegen aus ihrer Kindheit auf. Plötzlich, sah sie das Märchenschloss, in dem sie als Kind in ihrer Fantasie oft stundenlang gespielt hatte. In dem Raum und Zeit zu verschwinden schien. Eine Welt in der andere Gesetzmäßigkeiten herrschten, eine zauberhafte Welt.

Sie sah staunend das Schloß ihrer Kinderträume, dem sie sich immer zurückgezogen hatte, wenn sie traurig war, wenn sie sich ungeliebt und verlassen fühlte, wenn sie sich ausgeschlossen fühlte von all den anderen Kindern in der Nachbarschaft, was häufig der Fall war. Hier hatte sie sich als die kleine Prinzessin gesehen, mit all den Lichtwesen: Feen, Engeln, Elfen und Kobolden die auch dort lebten. Lichtwesen, die sie so liebten wie sie war.

Ihre Mutti hatte ihr von diesen liebevollen Wesen erzählt,die sämtliche Spiele, die sie liebte,mit ihr spielten, die mit ihr aßen und tranken, an einer riesigen goldenen Tafel. Da gab es sämtliche Lieblingspeisen, Limonade, Himbeerbrause und Eis natürlich. Die Engel und Feen sorgten regelrecht für sie, sie ließen ihr immer das richtige Maß an diesen Dingen zukommen.

Es war nie zu viel aber auch nie zu wenig. Vor allem aber spürte sie intuitiv diese unglaubliche Liebe und den Trost, den ihr die Lichtwesen spendeten. Sie konnte mit ihnen über all ihre kindlichen Sorgen und Nöte sprechen, sie waren immer für sie da.

Es gab damals sehr freudvolle und überaus glückliche Momente, in diesem magischen Schloss. Es gab aber auch Momente der Trauer, jene Momente in denen sie sich trotz jedweder Traurigkeit, gehalten und vor allem geborgen fühlte. Sie einfach mal nur weinen und schluchzen konnte. Denn oft fühlte sie sich verloren, unverstanden und nicht wahrgenommen in der „realen“ Welt.

Sicher, sie wusste auch das ihre Mutter, die hart arbeitete, sie sehr liebte. Ihre Eltern lebten getrennt. Zu ihrem Vater hatte sie keine Beziehung, er kümmerte sich kaum um sie. Da ihre Mutter so viel arbeitete, wuchs sie größtenteils bei ihrer Großmutter auf. Die Großmutter liebte Melina auch sehr, nur diese war auch oft überfordert und deswegen ungeduldig mit ihr.

Es war ein Schloss in einem warmen und sehr einladend wirkenden Orange, verziert mit magischen und funkelnden Edelsteinen. Es hatte hohe goldschimmernde große Fenster. Es hatte zwei hohe und schlanke Zwiebeltürmchen, rechts und links, dessen Dächer mit Diamanten verziert waren. Diese Diamanten glitzerten und funkelten geheimnisvoll im Sonnenlicht.

„Meine Güte,“ dachte sie noch, „woher weiß er all das nur. Wie kommt er dazu mein Schloss aus frühester Kindheit nachzubauen. Es ist von außen zumindest, eins zu eins, jenes aus meiner Kindheit….hmmm….wie es wohl von innen ausschaut??“

Da antwortete der Mann ohne Schatten:

„Mein Liebes, ich baue hier gar nichts nach. Du bist diejenige die hier gebaut hat. Oder besser gesagt, die sich mit ihrer göttlichen Kraft ihr ureigenstes Schloss erschaffen hat. Du bist diejenige die mit ihrer sogenannten Fantasie einst, dieses Schloss erschaffen hat.

Möchtest Du nicht mit mir hineingehen um zu sehen, wie es von innen aussieht??“

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